Biomarker
bei Hirntrauma
Es wurde ein systematischer Review durchgeführt, um anhand der verfügbaren Evidenz, die diagnostische Genauigkeit sowie die Kosten von molekularen Biomarkern im Vergleich zu CT Scans bei der Diagnose intrakranieller Verletzungen bei Erwachsenen und Kindern mit mTBI zu evaluieren. Der Großteil der verfügbaren Studien untersuchte den Protein-Biomarker S100B. Dabei wird angenommen, dass es nach einer Hirnschädigung zu einer Freisetzung von S-100B-Proteinen aus Gliazellen in Liquor cerebrospinalis ins Blut kommt, was diagnostisch genutzt werden kann. Die identifizierten Studien lieferten Hinweise hoher Qualität, dass über die Bestimmung der S-100B Konzentration, das Vorhandensein einer Hirnschädigung nach mTBI in Erwachsenen zuverlässig ausgeschlossen werden kann. Niedrigere Evidenz liegt dafür bei Kindern vor. Für andere Biomarker lag nicht genug Evidenz zur Beurteilung vor. Es wurden zwei ökonomische Analysen identifiziert, die jedoch aufgrund einer Reihe unterschiedlicher Annahmen zu unterschiedlichen Ergebnissen hinsichtlich des möglichen Potentials des Biomarkers zur Vermeidung unnötiger CT Scans kamen. Insbesondere ist der ökonomische Nutzen des Tests von dem tatsächlichen Anteil der mTBI Population abhängig, in dem aufgrund der bereits bestehenden diagnostischen Kriterien weder ein Hirntrauma sicher ausgeschlossen werden kann, noch auf jeden Fall ein CT durchgeführt werden muss.
Die hohe diagnostische Genauigkeit, die in den Studien gemessen wurde, wurde in hochselektierten Populationen erreicht – Ausschlusskriterien waren etwa die Verwendung von Antikoagulantien, multiple Verletzungen und insbesondere ein hoher zeitlicher Abstand zwischen Trauma und Notfallaufnahme. Besondere Aufmerksamkeit muss daher auf die sorgfältige Auswahl der PatientInnen gelegt werden, um eine optimale Nutzung des Tests in der täglichen Praxis zu gewährleisten. AK
KCE/BE 2015: The role of biomarkers in ruling out cerebral lesions in mTBI. https://kce.fgov.be/sites/default/files/page_documents/KCE_261_brain_trauma_Scientific_Report.pdf















