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- Newsletter April 2026 | Nr. 246
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Genetik (Teil C): Nachweis von Genveränderungen in der Brustkrebsdiagnostik
Hochdurchsatz-Sequenzierungstechnologien ermöglichen die gleichzeitige Analyse mehrerer Gene oder des gesamten Genoms in einem einzigen Durchgang. Der vorliegende Bericht bewertet die klinische Wirksamkeit, die Sicherheit sowie wirtschaftliche, organisatorische und ethische Aspekte dieser Testverfahren für den Nachweis von PIK3CA-, AKT1-, PTEN- und ESR1-Genveränderungen in der Brustkrebsdiagnostik. Die Zielpopulation umfasst Erwachsene mit der Diagnose eines HR+/HER2–, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebs.
In der systematischen Literatursuche wurden drei hochwertige systematische Übersichtsarbeiten identifiziert, darunter zwei Metaanalysen und ein HTA-Bericht. Fünf Leitlinienempfehlungen bzw. informelle Leitlinienpassagen von drei internationalen Organisationen (AWMF, ASCO, SITC) wurden in die Leitliniensynopse eingeschlossen. Die diagnostische Genauigkeit wurde in der verfügbaren Evidenz gegen konventionelle diagnostische Referenzstandards (z. B. Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) oder Sanger Sequencing) bewertet. Sie belegt die überlegene diagnostische Genauigkeit von Hochdurchsatz-Sequenzierungstechnologien – in der eingeschlossenen Literatur synonym auch als „Next-Generation Sequencing“ (NGS) bezeichnet – gegenüber PCR beim Nachweis von PIK3CA-Genveränderungen. Beim ESR1-Nachweis zeigte sich eine höhere diagnostische Genauigkeit der digitalen PCR gegenüber NGS. Evidenz zu klinischem Nutzen, Sicherheit und dem Nachweis von AKT1- und PTEN-Mutationen fehlt. Internationale Leitlinien unterstützen NGS-basierte Testverfahren, sind jedoch aufgrund unterschiedlicher Versorgungskontexte, regulatorischer Anforderungen und des fehlenden CE-IVD-Kennzeichens für viele Plattformen nur eingeschränkt auf Österreich übertragbar.
Aus organisatorischer Sicht hat NGS den Vorteil, dass mehrerer Gene gleichzeitig sequenziert und auch unbekannte Varianten nachgewiesen werden können. Es erfordert jedoch eine entsprechende Testinfrastruktur sowie spezialisierte bioinformatische Expertise. Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit weist NGS eine mengenabhängige Kosteneffizienz auf: Bei gleichzeitiger Testung einer größeren Anzahl von Patient:innen sinken die Kosten pro Kopf und werden mit jenen der PCR vergleichbar. Zu ethischen Aspekten konnte keine Evidenz identifiziert werden.
Fazit: In Österreich existiert derzeit kein standardisierter molekularer Diagnostikpfad. Die Übertragbarkeit internationaler Evidenz sowie Leitlinienempfehlungen auf den österreichischen Versorgungskontext ist begrenzt. Eine Implementierung würde u. a. eine lokale Datengenerierung, die Einbindung relevanter Stakeholder sowie die Berücksichtigung infrastruktureller und regulatorischer Anforderungen erfordern.
AIHTA: Colicchia, A., Goetz, G. und Geiger-Gritsch, S. (2026): Genetische Untersuchungen in Österreich. Teil C: Nachweis von PIK3CA/AKT1/PTEN/ESR1-Genalterationen bei HR+/HER2– Mammakarzinom. HTA-Projektbericht 176c. https://eprints.aihta.at/1604/















