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- Newsletter September/Oktober 2026 | Nr. 250
- In-vitro-Fertilisation: Viele Zusatzbehandlungen ohne belegten Nutzen
In-vitro-Fertilisation: Viele Zusatzbehandlungen ohne belegten Nutzen
Für die systematische Übersichtsarbeit und die Metaanalyse werteten die Forschenden der University of Melbourne registrierte randomisierte kontrollierte Studien aus, die zehn häufig eingesetzte IVF-Zusatzmaßnahmen mit keiner Behandlung oder einem Placebo verglichen. Ein besonderes Augenmerk legten sie dabei auf eine strukturierte Bewertung der Vertrauenswürdigkeit der eingeschlossenen Studien. 85 Studien wurden in die zehn systematischen Übersichtsarbeiten und Metaanalysen eingeschlossen. Weitere 72 potenziell geeignete Studien wurden aufgrund möglicher Bedenken hinsichtlich ihrer Vertrauenswürdigkeit ausgeschlossen.
Als primärer Endpunkt wurde die Lebendgeburtenrate betrachtet. Von den zehn untersuchten Add-ons zeigte lediglich das sogenannte Endometrium-Scratching einen möglichen Nutzen. Die Daten deuten auf eine geringfügige Steigerung der Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt hin. Die Evidenz wurde von den Autor:innen als moderat bewertet.
Vier Zusatzbehandlungen schienen keinen Einfluss auf den primären Endpunkt zu haben:
- Embryo-Glue
- Präimplantationsdiagnostik auf Aneuploidien (PGT-A)
- Testung der Endometriumrezeptivität
- Kortikosteroide
Für fünf weitere Zusatzbehandlungen war die Evidenzlage aufgrund der geringen Qualität oder der begrenzten Datenlage unklar:
- Physiologische intrazytoplasmatische Spermieninjektion (PICSI)
- Akupunktur
- Intralipid-Infusionen
- Injektion von plättchenreichem Plasma (PRP) in den Eierstock
- Infusion von plättchenreichem Plasma (PRP) in die Gebärmutter
Fazit: Die systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zeigt, dass für die meisten untersuchten Zusatzbehandlungen bei der IVF kein belegter Nutzen nachgewiesen werden konnte. Allerdings war die Qualität der verfügbaren Studien oft niedrig, sodass die Ergebnisse nur eingeschränkt bewertet werden können. Zudem wurden viele Studien wegen Zweifeln an ihrer Zuverlässigkeit nicht in die Analyse einbezogen. Um belastbare Aussagen über die Wirksamkeit dieser Behandlungen treffen zu können, sind größere und gut geplante randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) erforderlich.
Lensen S, Wilkinson J, Steeper M et al. Safety and effectiveness of ten common in-vitro fertilisation add-ons: a systematic review and meta-analysisi. The Lancet Obstetrics, Gynaecology, & Women’s Health, 2026; 2, e624-e636. DOI: 10.1016/S3050-5038(26)00054-3.















