Kolonkrebsscreening. Teil 2: Gesundheitsökonomische Evaluationen und Aspekte der Kostenentwicklung
Projektleitung: Ingrid Zechmeister-Koss
Projektbearbeitung: Philipp Radlberger, Ingrid Zechmeister
Laufzeit: Dezember 2009 - März 2010
Interne Begutachtung: Claudia Wild
Auftraggeber: Viterio-Schweiz GmbH, Irisweg 6, CH-8700 Küsnacht, im Auftrag der Schweizer Krebsliga
Publikation: HTA Projektbericht 41b: Kolonkrebsscreening – Teil 2: gesundheitsökonomische Evaluationen und Aspekte der Kostenentwicklung (Philipp Radlberger, Ingrid Zechmeister) - https://eprints.aihta.at/874
Hintergrund:
Im Laufe der letzten Jahre wurden in immer mehr Ländern Kolonkrebsscreenings eingeführt. Zum Einen ist Darmkrebs eine der häufigsten Krebserkrankungen, zum Anderen existieren neben der Koloskopie mehrere etablierte Screeningverfahren, wie etwa die flexible Sigmoidoskopie und die Tests zur Identifikation von okkultem Blut im Stuhl.
Ziele und Forschungsfragen:
Ziel des Berichts ist es, im Zusammenspiel mit dem Bericht 41a eine Entscheidungsunterstützung bei der Frage nach dem Aufbau eines Kolonkrebsscreenings zu geben. Dazu dient in diesem Berichtsteil die Aufbereitung der Evidenz zu Kolonkrebsscreenings im Hinblick auf Kosteneffektivität und Kostenplanung.
Die wesentlichen Fragestellungen des Berichts lauten:
• Welche gesundheitsökonomischen Evaluationen liegen auf dem Gebiet der Kolonkrebsfrüherkennung vor, und welche Screeningstrategien sind kosteneffektiver als andere bzw. als kein Screening?
• Welche Kostenfaktoren sind bei der Planung eines Kolonkrebs-Screeningprogramms zu berücksichtigen?
Methoden
Der vorliegende Bericht fasst - basierend auf einer systematischen Literaturrecherche in Datenbanken - die vorhandenen gesundheitsökonomischen Evaluationen (systematische Reviews und Einzelstudien) zusammen. Zusätzlich behandelt er die Frage, welche Kostenfaktoren im Rahmen der Planung eines Kolonscreenings zu beachten sind, und wie einzelne Kostenelemente wechselseitig von einander abhängig sind.
Ökonomische Ergebnisse:
Die Kosteneffektivitätsverhältnisse aller ausgewählten Screeningstrategien erweisen sich mit etwa €10.000,- bis €20.000,- pro gewonnenem Lebensjahr auf den ersten Blick als akzeptabel im Vergleich zur Alternative „kein Screening“. Bei näherer Betrachtung ist diese Aussage insofern einzuschränken, als die Annahmen zu Teilnahmeraten bzw. Sensitivität und Spezifität der Tests in den einzelnen Studien mitunter unrealistisch hoch sind oder gar nicht genannt werden.
Die Kostenplanung eines Screenings wird in den meisten Studien in eine vorbereitende Phase, das eigentliche Screening, sowie die Phase der danach entstehenden Kosten unterteilt. Je nach Art des Screenings sind jene Faktoren vorab genau zu bestimmen, die einen besonders starken Einfluss auf die Kostenentwicklung haben. Hierzu zählen etwa die Fragen des Polypenmanagements, des zusätzlichen Bedarfs an Koloskopien als Mittel der letzten Abklärung oder die Frage der Höhe der Teilnahmerate.
Die Einführung eines Kolonscreenings für Menschen ab 50 mit durchschnittlichem Erkrankungsrisiko scheint auf Basis der analysierten Arbeiten unter dem Blickwinkel der Kosteneffektivität gerechtfertigt, solange alles Mögliche getan wird, um eine hohe Teilnahmerate zu garantieren, sowie die Qualität der Tests und damit deren Spezifität und Sensitivität zu sichern.















