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- Newsletter März 2026 | Nr. 245
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Künstliche Intelligenz zur Unterstützung der Dokumentation im Krankenhaus
Aus regulatorischer Sicht werden die meisten KI-gestützten DHTs derzeit als risikoarme Medizinprodukte oder nicht-medizinische Software eingestuft. Ihr Einsatz wirft wichtige Fragen hinsichtlich Genauigkeit, Vollständigkeit, Datenschutz, möglicher Verzerrungen, Verantwortlichkeiten und Governance auf.
Nach einer systematischen Literatursuche wurden im Rahmen der Studie drei systematische Reviews und vier Scoping Reviews mit insgesamt etwa 200 Primärstudien eingeschlossen. Dabei wurden folgende sechs Anwendungsfälle identifiziert: KI-Schreiber, Textstrukturierung, KI-generierte Dokumentation, patientenfreundliche Zusammenfassungen, Fehlererkennung und automatisierte Abrechnungskodierung.
Der Bericht zeigt eine heterogene und stark kontextabhängige Evidenzlage. Trotz hoher Zufriedenheit bei den Anwender:innen variieren Genauigkeit, Vollständigkeit und Produktivitätsgewinne erheblich. Die Evidenz zu den organisatorischen Auswirkungen, Implementierungsanforderungen und der langfristigen Leistungsfähigkeit ist begrenzt.
Fazit: KI-gestützte Dokumentationslösungen zeigen Potenzial zur Reduktion administrativer Belastungen, die aktuelle Evidenz ist jedoch begrenzt, inkonsistent und stark kontextabhängig. Vor einer breiten Implementierung sind ein verhältnismäßiger risikobasierter Ansatz, strukturierte Validierungsprozesse, sowie eine kontinuierliche menschliche Aufsicht und Governance-Mechanismen erforderlich.
AIHTA: Erdos, J. und Grabenhofer, L. (2026): Künstliche Intelligenz zur Unterstützung der Dokumentation im Krankenhaus – Eine systematische Übersicht aktueller Anwendungsbereiche. HTA-Projektbericht 171a. https://eprints.aihta.at/1597















