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                                            Ökonomische Aspekte einer effektiven und effizienten alkoholtherapeutischen Versorgung - Teil I + II

                                            06_oekonomie
                                            Forschungsgebiete: Psychologische & Psychiatrische Interventionen, Gesundheitsökonomie

                                            Projektleitung: Claudia Wild, Ingrid Zechmeister-Koss

                                            Philipp Radlberger
                                            Laufzeit: Oktober 2007 - Mai 2009

                                            Zeitraum (Teil 1): Oktober 2007 bis August 2008
                                            Zeitraum (Teil 2): September 2008 bis Mai 2009
                                            Zeitraum (Teil 3): September 2009 bis April 2010
                                            Vorgeschlagen von: SALK, Doktoratsarbeit
                                            Publikation (Teil 1+2): HTA-Projektbericht 10 - https://eprints.aihta.at/823/


                                            Abgeschlossen:
                                            Teil 1: Internationale Versorgungsmodelle & Ansätze für Ergebnismessung
                                            Teil 2: Ausgewählte „models of good practice“

                                            Laufend:
                                            Teil 3: Ökonomische Analyse der Suchtkliniken in Traun & Kalksburg

                                            Hintergrund:
                                            Vor dem Hintergrund, dass auch psychiatrische und sozialmedizinische Therapieeinrichtungen sich zunehmend einer Ergebnisdiskussion und –messung stellen müssen, hat das aus 3 Teilen bestehende Projekt die Synthese publizierten Wissens und dessen Analyse für eine Umsetzung in konkrete Evaluationen von Therapieeinrichtungen zur Aufgabe. Zahlreiche sehr unterschiedliche Ansätze in der Organisation der Versorgung bestehen: niederschwellig-ambulante, tagesklinische, ebenso stationäre Angebote. Über die Effektivität unterschiedlicher Ansätze, über Behandlungsergebnisse und entsprechende Behandlungskosten ist wenig bekannt.

                                            Ziele und Fragestellungen:
                                            Ziel der mehr-stufigen Evaluation ist es, eine Übersicht über Versorgungsmodelle zu geben, einzelne ausgewählte Praxismodelle einer integrierten Versorgung genauer zu beleuchten, Aussagen über Evaluationen zur Kosten-Effektivität ambulanter und stationärer Therapien für Alkoholkranke zu machen, um letztendlich bestehende Einrichtungen der alkoholtherapeutischen Versorgung ökonomisch zu evaluieren.

                                            Methode:
                                            Teil 1: Systematischer Review, Literatur- und Datenanalysen;

                                            Teil 2: Handsuche und Webrecherchen zu den ausgewählten Modellen (models of good practice), Kontaktaufnahme und ExpertInneninterviews, Systematische Organisationsanalyse der drei ausgewählten integrierten Praxisbeispiele nach deren Ablauforganisation, Schnittstellenkommunikation etc., Analyse vorhandener grauer Materialien und verarbeiteter Kostendaten, Erarbeitung von Benchmark-(Qualitäts-)Indikatoren, anhand derer andere integrierte Versorgungsmodelle sich orientieren können.

                                            Teil 3: Experten-(Gruppen-) Interviews, Datensichtung, Kosten-Konsequenz-Analyse:
                                            • Beschreibung der aktuellen Finanzierungsstrukturen der Therapieeinrichtungen
                                            • Definition von Behandlungserfolgen in Krankengeschichten
                                            • Beschreibung der Kostendaten
                                            • Identifikation erfolgreicher Behandlungen in Krankengeschichten
                                            • Abschätzung der Zusammenhänge zwischen Leistungserbringung und Kostenaufwand

                                            Ergebnisse:
                                            Teil 1: Typologisierungen für Diagnose und Behandlungsplanung sind international nicht einheitlich, die Systematisierung der Versorgung ist hingegen sehr unterschiedlich weit fortgeschritten. Das Spektrum der Behandlungsalternativen reicht von medikamentösen Interventionen im Rahmen des akuten Entzugs über Kurzinterventionen, psychotherapeutische Interventionen, Gruppen-, Familien-, Verhaltenstherapien, bis hin zu Maßnahmen der Rückfallprävention und sogar Eingliederungshilfen in den Arbeitsmarkt. Das Setting kann, je nach Versorgungsmodell, ein stationäres, ambulantes oder teilstationäres sein. Case Management Ansätze, bei denen flexible Behandlungsverläufe mit Hilfe individueller BetreuerInnen festgelegt, und auch im organisatorischen Detail koordiniert werden, stehen solchen gegenüber, bei denen nach der Diagnose ein strikt festgelegter Therapieplan erstellt wird.
                                            Neben der Evidenz zur klinischen Effektivität beeinflussen auch ökonomische Argumente die Struktur der Versorgung. Dass in der Mehrzahl der untersuchten Länder bereits Screenings initiiert werden, verdeutlicht jedoch, dass die wichtige Rolle, die der Prävention auch aus ökonomischer Sicht zukommt, bereits mehr und mehr erkannt wird. Aus organisatorischer Suche haben dabei die praktischen ÄrztInnen eine Schlüsselfunktion als zentrale Schnittstelle einer niederschwelligen Versorgung.

                                            Teil 2: Der Vergleich dreier Projekte, die einer weiteren Definition von integrierter Versorgung im Sinne einer Kombination von ambulanten und stationären Settings entsprechen, wurde auf Struktur-, Prozess-, und Ergebnisebene durchgeführt. Die Entwöhnung im Verbundsystem/EVS, stellt mittels einer eigens erstellten Kommunikationsmatrix, die sämtliche Informationsflüsse darstellt, das Schnittstellenmanagement als Qualitätsparameter für das System in den Vordergrund. Ähnliches geschieht auch im Rahmen der Evaluierung des Jellinek-Modells, das ein Qualitätsmanagementtool für Unternehmen in adaptierter Form einsetzt. Im Falle des UKATT als großem RCT mit ökonomischem Piggyback-Design lag der Fokus auf klinischen Outcome-Parametern, wobei die Haltequote über alle Projekte hinweg als besonders relevant eingestuft wird.

                                            Diskussion:
                                            Insgesamt lässt sich sagen, dass es eine Fülle an ausführlich evaluierten Einzelinterventionen gibt. Demgegenüber sind koordinierte Modelle einer integrierten alkoholtherapeutischen Versorgung sehr selten. Wenn überhaupt, existieren sie meist erst seit Kurzem, weshalb wenig Evidenz auf dem Gebiet der Qualitätsmessung existiert. Die Analyse von wenigen regionalen Pilotprojekten zeigt, dass insbesondere Schnittstellenmanagement und Haltequote relevante Indikatoren für die Gesamtqualität eines alkoholtherapeutischen Versorgungssystems darstellen.

                                            Publikation (Teil 1 & 2):
                                            HTA-Projektbericht 10 - https://eprints.aihta.at/823/

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                                                                                                                • Ghls
                                                                                                                • Tirol
                                                                                                                • Vorarlberg
                                                                                                                • Kghfond
                                                                                                                • Ghpf
                                                                                                                • Burgef
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