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- Newsletter April 2016 | Nr. 146
- Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen
Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen
Systematische oder opportunistische Beurteilung des Risikos
Auf Basis einer systematischen Literatursuche in mehreren Literaturdatenbanken wurden 9 randomisiert-kontrollierte Studien identifiziert: Die Studien wiesen alle ein hohes bzw. unklares Biasrisiko auf. In der Folge war die Einschätzung der Qualität der Evidenz insgesamt gering bis sehr gering. Der Beobachtungszeitraum betrug 1 bis maximal 10 Jahre (letztere in 2 Studien). Der überwiegende Anteil an Studien (8 von 9) rekrutierte TeilnehmerInnen aus der Gesamtbevölkerung, die verbleibende Arbeit schloss nur Familienmitglieder von kardiologischen PatientInnen ein. Die Interventionen (und die entsprechenden Kontrollinterventionen) wiesen beträchtliche Unterschiede zwischen den Studien auf. Die Bestimmung des kardiovaskulären Risikos wurde meist mittels einer Kombination aus klinischer Untersuchung, Laborwerten und Anamnese/ Fragebogen durchgeführt. In Abhängigkeit vom Ergebnis der Risikoeinschätzung folgten eine entsprechende individuelle Beratung/ Schulung bzw. eine mehr oder weniger engmaschige Betreuung. Die Kontrollgruppe erhielt in 6 Studien keine Intervention, in den restlichen Studien wurde die Risikoerfassung zum Teil zwar durchgeführt, jedoch nicht kommuniziert/ hatte keine Konsequenzen.
Auf Basis der verfügbaren Evidenz (3 bzw. 2 Studien mit insgesamt ~44.000 bis 104.000 Personen) konnte kein Einfluss der Intervention auf die Gesamtmortalität (RR 0.97 [0.92; 1.02]) oder die kardiovaskuläre Mortalität (RR 1.00 [0.90; 1.11]) festgestellt werden. Auch für nicht-fatale kardiovaskuläre Ereignisse (KHK, Schlaganfall) konnte kein Gruppenunterschied beobachtet werden. Die systematische Risikobeurteilung schien nur Surrogatparameter, wie den Cholesterinspielgel (um im Mittel 0.11 mmol/l) oder den systolischen und diastolischen Blutdruck (um 3,05 bzw. 1,34 mmHg) zu senken. Nur eine Studie untersuchte potenzielle Nebenwirkungen der systematischen Risikobeurteilung und fand keine Gruppenunterschiede in der psychischen Belastung der StudienteilnehmerInnen nach 5 Jahren. 5 laufende Studien werden die derzeit limitierte Evidenzbasis hoffentlich zukünftig ergänzen. BP
Cochrane UK / USA / CH 2016: Systematic versus opportunistic risk assessment for the primary prevention of cardiovascular disease.















