Sponsoring
österreichischer Ärztefortbildung
Dazu wurden aus dem DFP-Kalender der Österreichischen Akademie der Ärzte 13 medizinische Fächer (von insgesamt 56 Fächern) ausgewählt, und die Anzahl der Veranstaltungen, die in einem Zeitraum von einem Jahr von Unternehmen finanziell unterstützt wurden, analysiert. Insgesamt wurden 5.024 (ca. 25% der 20.260 Veranstaltungen) aller angebotenen Veranstaltungen nach Sponsoring ausgewertet. Die Auswertungen zum „dokumentierten“ Sponsoring von DFP-Fortbildungsveranstaltungen in 13 medizinischen Fächern zeigen, dass – in Abhängigkeit vom medizinischen Fach – ein Sponsoring von mindestens 14,3% (Angiologie) und höchstens 67,2% (Rheumatologie) der Veranstaltungen im Untersuchungszeitraum 2014 stattfand. Neben Rheumatologie weisen Hämato-Onkologie und Endokrinologie (unter den 13 ausgewerteten Fächern) die höchsten Sponsoring-Anteile auf. Von den gesponserten Veranstaltungen sind zwischen 86% (Rheumatologie) und 59% (Frauenheilkunde) von nur einem Sponsor getragen. Die Sponsoren sind, wie zu erwarten, Pharma-und Medizinprodukteanbieter im jeweiligen Fach, vornehmlich von „High-Cost und/ oder High-Volume“ Produkten. Es ist von einem massiven „underreporting“ auszugehen, was auf einen Mangel an Problembewusstsein (von individuellen Veranstaltern wie von der Akademie der Ärzte) schließen lässt.
Die Finanzierung von Fortbildungen durch Marktanbieter erzeugt einen im Grundsatz nicht auflösbaren Interessenskonflikt zwischen den wirtschaftlichen Interessen der Industrie und den Notwendigkeiten in der Versorgung von PatientInnen. Da die Fortbildung der ÄrztInnen wesentliche Auswirkungen auf die Qualität der Versorgung hat, sollten aktive Lösungsansätze nach internationalen Vorbildern (Offenlegung, Kontrolle, Sanktionen) auch in Österreich Einzug finden. CW
LBI-HTA/ Ö 2015: Sponsoring österreichischer Ärztefortbildung. Systematische Analyse der DFP-Fortbildungsdatenbank. Rapid Assessment 7a. https://eprints.aihta.at/1053















