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                                            Wirksamkeit gesundheitsbezogener Warnhinweise auf alkoholischen Getränken: Ein Systematischer Review mit einer narrativen Analyse für Österreich

                                            Adobestock-231725006-sb-small
                                            Forschungsgebiet: Prävention & Screening

                                            Projektleitung: Aline Dragosits

                                            Projektbearbeitung: Jule Anna Pleyer

                                            Madlen Maierhofer
                                            Laufzeit: Q4 2025 bis Q2 2026
                                            Sprache: Englisch (mit deutscher Zusammenfassung)

                                             

                                            Hintergrund:
                                            Laut dem World Health Statistics Bericht 2025 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist Europa weltweit den höchsten Alkoholkonsum pro Kopf unter den WHO-Regionen auf [1]. Innerhalb Europas zählt Österreich zu jenen Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Alkoholkonsum [1]. Eine österreichweite Repräsentativerhebung zum Substanzgebrauch 2020 zeigt, dass 15% der Befragten einen gesundheitsgefährdenden Alkoholkonsum aufweisen. Dabei kommen deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede zum Vorschein. Dieses Konsumverhalten betrifft 18% der befragten Männer und 11% der befragten Frauen [2].

                                            Die gesundheitlichen Risiken eines erhöhten Alkoholkonsums sind vielfältig und manifestieren sich zum Teil erst im Laufe des Lebens. Es besteht Evidenz für einen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Erkrankungen des Nervensystems [3], des Verdauungstraktes, des kardiovaskulären Systems [4], sowie psychischen Erkrankungen [2]. Besonders zu erwähnen sind alkoholassoziierte Krebserkrankungen, welche in der Forschung immer weiter in den Fokus rücken. Laufend wird das Risiko für die Entstehung mehrerer Krebsarten mit übermäßigem Alkoholkonsum assoziiert [5], [6]. Ebenfalls damit verbunden sind psychosoziale Folgeerscheinungen, eine Belastung des sozialen Umfelds sowie ein erhöhtes Risiko für alkoholassoziierte Unfälle und Gewalttaten. All die genannten Faktoren verursachen eine erhebliche Krankheitslast und führen zu Herausforderungen des österreichischen Sozial- und Gesundheitssystems [2].

                                            Das Ziel der WHO ist es, den schädlichen Alkoholkonsum weltweit bis 2030 um 10% zu reduzieren. Als eine von mehreren Maßnahmen dafür empfiehlt die WHO die Einführung von Warnhinweisen auf alkoholischen Getränken [7]. International wird die Wirksamkeit gesundheitsbezogener Warnhinweise auf Alkoholprodukten hinsichtlich einiger gesundheitsrelevanter Outcomes wissenschaftlich sowie gesellschaftlich kontrovers diskutiert. Die Literatur beschreibt, dass gesundheitsbezogene Warnhinweise auf alkoholischen Getränken positive Auswirkungen haben können. Dabei muss jedoch bedacht werden, dass diese Erkenntnisse überwiegend aus experimentellen Untersuchungen stammen. Ebenso finden sich in der Literatur sehr unterschiedliche Ausgestaltungsformen von Warnhinweisen. Diese variieren erstens hinsichtlich ihrer Darstellungsform (z. B. textbasiert, bildbasiert oder als Kombination daraus), zweitens in Bezug auf die adressierte Zielgruppe (Gesamtbevölkerung versus spezifische vulnerable Gruppen) und drittens hinsichtlich des vermittelten Inhalts. Letzterer umfasst unter anderem unterschiedliche Ansätze zur Konsumempfehlung, Informationen zu gesundheitlichen Folgen des Alkoholkonsums sowie Hinweise auf verhaltensbezogene Auswirkungen des Alkoholkonsums. [8, 9].

                                            Projektziele:
                                            Das Hauptziel dieses Projektes ist es, vorhandene Evidenz zur Wirksamkeit gesundheitsbezogener Warnhinweise auf alkoholischen Getränken systematisch zu analysieren. Im Fokus dieses Berichtes steht daher, welche Darstellungsformen sowie welcher Inhalt auf Warnhinweisen von alkoholischen Getränken in der Literatur beschrieben und empfohlen werden. Weiters wird die Wirksamkeit dieser Warnhinweise hinsichtlich der Evidenz auf gesundheitsrelevante und ökonomische Outcomes untersucht. Abschließend werden die Ergebnisse in den österreichischen Kontext gebracht, indem sie dahingehend diskutiert werden, welche Empfehlungen für Österreich in Bezug auf gesundheitsbezogene Warnhinweise auf alkoholischen Getränken für die Allgemeinbevölkerung ausgesprochen werden können.

                                            Nicht-Ziele:

                                            Dieser Bericht hat nicht zum Ziel, die Wirksamkeit von gesundheitsbezogenen Warnhinweisen empirisch zu untersuchen.

                                            Ebenso ist es nicht das Ziel dieses Berichtes, gesundheitsbezogene Warnhinweise mit anderen Präventionsmaßnahmen zu vergleichen. 

                                            Forschungsfragen:

                                            FF1: Welche Gestaltung gesundheitsbezogener Warnhinweise auf alkoholischen Getränken lässt sich aus der Literatur identifizieren?

                                            FF2: Wie effektiv sind gesundheitsbezogene Warnhinweise auf alkoholischen Getränken im Vergleich untereinander sowie im Vergleich zu keinen Warnhinweisen hinsichtlich gesundheitsrelevanter und ökonomischer Outcomes auf die Allgemeinbevölkerung?

                                            FF3: Welche Empfehlungen zu gesundheitsbezogenen Warnhinweisen auf alkoholischen Getränken können basierend auf der bereits vorliegenden Evidenz für den österreichischen Kontext ausgesprochen werden?

                                            Methoden:
                                            Für die Beantwortung der ersten und zweiten Forschungsfrage wird eine systematische Literatursuche nach PRISMA Guidelines durchgeführt. Genaue Ein- und Ausschlusskriterien zur Literaturrecherche werden im PICOS-Schema definiert. Anhand dieser definierten Kriterien werden relevante Datenbanken (PubMed, The Cochrane Library, PsycINFO, Medline via Ovid, Embase, INHTA) systematisch durchsucht und um eine Handrecherche ergänzt. Die Literaturauswahl erfolgt durch zwei unabhängige Reviewer, wobei relevante Literatur anhand der anfangs im PICOS-Schema definierten Ein- und Ausschlusskriterien identifiziert wird. Nach der Literaturauswahl werden die Informationen aus der relevanten Literatur extrahiert, in vorstrukturierte Tabellen zusammengefasst und narrativ synthetisiert. Die Qualität der identifizierten Literatur wird mit geeigneten Instrumenten bewertet.

                                            Zur Beantwortung der dritten Forschungsfrage werden, basierend auf den Ergebnissen der ersten und zweiten Forschungsfrage, Handlungsempfehlungen für Österreich zur Gestaltung gesundheitsbezogener Warnhinweise auf alkoholischen Getränken narrativ ausgearbeitet.

                                            PICOS-Tabelle:

                                            Population

                                            Allgemeinbevölkerung

                                            Intervention

                                            Gesundheitsbezogene Warnhinweise auf alkoholischen Getränken z.B. in Form von

                                            • Textbasierten Warnhinweisen (z.B. Konsumempfehlungen, Hinweise auf gesundheitliche Folgen, verhaltensbezogene Auswirkungen)
                                            • Bildbasierten Warnhinweisen (inkl. Piktogramm)
                                            • Kombination aus bild- und textbasierten Warnhinweisen

                                            Kontrolle

                                            • Kein gesundheitsbezogener Warnhinweis
                                            • gesundheitsbezogene Warnhinweise auf alkoholischen Getränken im Vergleich untereinander (Intervention vs. Intervention)

                                            Outcome

                                            Mindestens eines der folgenden Outcomes:

                                            • Wahrnehmung von Gesundheitsrisiken aufgrund von Alkoholkonsum (z.B. Assoziation Alkoholkonsum und Krebsrisiko)
                                            • Einstellung und Glaubensansätze zum Alkoholkonsum
                                            • Veränderung der Konsumintention
                                            • Veränderung des Konsumverhaltens
                                            • Inzidenz alkoholassoziierter Erkrankungen
                                            • Ökonomische Auswirkungen (z.B. Effekte auf Gesundheitsausgaben durch potenzielle Reduzierung von alkoholbedingten, indirekten Folgekosten sowie Kosten/Nutzen für das Gesundheits- und Sozialsystem)

                                            Rationale: basierend auf vorhandener Literatur

                                            Studiendesign

                                            Meta-Analysen, Systematic Review, und andere Formen von Reviews (Cochrane Reviews, Umbrella Reviews, Rapid Review) (bevorzugt)

                                            Primärstudien, insbesondere RCTs (alternativ)

                                            Einschlusszeitraum: 2016 – 2026

                                            Rationale: Es wird ein „Best-Evidence-Ansatz“ zur Studienauswahl angewendet, wobei aktuelle und methodisch gut durchgeführte, systematische Reviews bevorzugt berücksichtigt werden, jedoch auf eine Übertragbarkeit der Ergebnisse geachtet wird. Obwohl Systematische Reviews und RCTs den methodologischen Goldstandard darstellen, sind sie auf Bevölkerungsebene eventuell wenig aussagekräftig, da kein real-world Setting gegeben ist. Auch werden Warnhinweise selten isoliert implementiert. Deshalb werden diese Reviews bei Bedarf durch Primärstudien ergänzt.

                                            Länder

                                            Länder der Kategorie „very high human development” laut Human Development Index [10]

                                            Sprachen

                                            Deutsch, englisch

                                            Ausschluss

                                            Warnhinweise auf nicht-alkoholischen Produkten, z.B.:

                                            • Tabak
                                            • Lebensmittel
                                            • Nicht-alkoholische Getränke
                                            • Zucker

                                            Alle anderen Maßnahmen zur Alkoholprävention, außer gesundheitsbezogene Warnhinweise, z.B.:

                                            • Allgemeine Aufklärungskampagne zum Thema Alkohol
                                            • Steuer auf alkoholische Getränke
                                            • Anpassung des Mindestalters zur Alkoholkonsumation
                                            • Zugänglichkeit und Verfügbarkeit von alkoholischen Getränken
                                            •  Werbung
                                            •  Regelungen zum Konsumverbot von Alkohol
                                            • Gesundheitsbezogene Warnhinweise auf alkoholischen Getränken in Kombination mit anderen Präventionsmaßnahmen

                                             

                                            Zeitplan:

                                            Zeitfenster

                                            Tasks

                                            November 2025 – Jänner 2026

                                            Scoping und Finalisierung des Projektprotokolls

                                            Jänner – Februar 2026

                                            • Registrierung OSF
                                            • Systematische Literatursuche und Handsuche

                                            Februar – März 2026

                                            Screening (Abstract und Volltext)

                                            März – April 2026

                                            Datenextraktion und Qualitätsbewertung

                                            April – Juni 2026

                                            Verschriftlichung

                                            Juni 2026

                                            Interner und externer Review

                                            Juli 2026

                                            Layout und Veröffentlichung

                                            Referenzen:
                                            [1]        World health statistics. Monitoring health for the SDGs, Sustainable Development Goals. Geneva: World Health Organization; 2025. Licence: CC BY-NC-SA 3.0 IGO. 2025.[2]        Strizek J., Gaiswinkler S., Nowotny M., Puhm A. and Uhl A. Handbuch Alkohol – Österreich. Band 3: Ausgewählte Themen. Gesundheit Österreich, Wien. 2025.
                                            [3]        Nutt D., Hayes A., Fonville L., Zafar R., Palmer E. O. C., Paterson L., et al. Alcohol and the brain. Nutrients. 2021;13. DOI: doi:10.3390/nu13113938.
                                            [4]        Roerecke M. Alcohol’s impact on the cardiovascular system. Nutrients. 2021;13. DOI: doi:10.3390/nu13103419.
                                            [5]        IARC. Reduction or cessation of alcoholic beverage consumption IARC Handb Cancer Prev 2024;20A:1–334.
                                            [6]        Rumgay H., Murphy N., Ferrari P. and Soerjomataram I. Alcohol and cancer: Epidemiology and biological mechanisms. Nutrients. 2021;13. DOI: doi:10.3390/nu13093173.
                                            [7]        WHO. Global alcohol action plan 2022–2030. Geneva. 2024.
                                            [8]        Joyce K. M., Davidson M., Manly E., Stewart S. H. and Al-Hamdani M. A systematic review on the impact of alcohol warning labels. Journal of Addictive Diseases. 2024;42 (3):170–193. DOI: https://doi.org/10.1080/10550887.2023.2210020.
                                            [9]        Clarke N., Pechey E., Kos?te D., König L. M., Mantzari E., Blackwell A. K. M., et al. Impact of health warning labels on selection and consumption of food and alcohol products: Systematic review with meta-analysis. Health Psychology Review. 2021;15 (3):430–453. DOI: https://doi.org/10.1080/17437199.2020.1780147.
                                            [10]      United Nations Development Programme. Human Development Report 2025: A matter of choice — People and possibilities in the age of AI. 2025.

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                                                    • Über uns
                                                      • Wissenschaftlicher Beirat
                                                        • Evaluation
                                                          • Geschichte
                                                            • Methoden
                                                              • Team
                                                                • Externe Expert:innen
                                                                  • Gesellschafter & Organigramm
                                                                  • Forschungsgebiete
                                                                    • Onkologie
                                                                      • HighTech - Medizin
                                                                        • Rehabilitation und Ergotherapie
                                                                          • Prävention & Screening
                                                                            • Psychologische & Psychiatrische Interventionen
                                                                              • Gesundheitsökonomie
                                                                                • Europäische Zusammenarbeit
                                                                                  • HTA-Methoden & Steuerungsinstrumente
                                                                                    • Komplementärmedizin
                                                                                    • Forschungsprojekte
                                                                                      • Laufende Forschungsprojekte im Überblick
                                                                                        • Abgeschlossene Forschungsprojekte im Überblick
                                                                                          • Decision Support Documents for the Austrian Appraisal Board
                                                                                            • HTA-Informationsdienst Rapid Reviews
                                                                                              • Horizon Scanning in der Onkologie – Priorisierung onkologischer Wirkstoffe
                                                                                                • Horizon Scanning of Medicines - Berichte und Fact Sheets
                                                                                                  • Horizon Scanning in der Onkologie – Hilfestellung für eine „Budget-Impact-Berechnung“
                                                                                                    • Bewertung medizinischer Einzelleistungen (MEL) - Berichte
                                                                                                      • Betreuung von Masterarbeiten
                                                                                                        • Alle Projekte im Überblick
                                                                                                        • Publikationen
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                                                                                                                • Kghfond
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