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                                • Newsletter Oktober 2025 | Nr. 241
                                • Editorial: Wie teuer darf ein Arzneimittel sein?

                                Editorial: Wie teuer darf ein Arzneimittel sein?

                                Die Welt der Medikamentenpreise ist aus der Balance geraten: Während sich selbst wohlhabende Länder in Europa schwertun, Patient:innen zeitnah Zugang zu neuartigen wirksamen Arzneimitteln zu ermöglichen, machen viele Pharmafirmen astronomische Gewinne. Unterschiedliche Initiativen arbeiten – unter anderem im Auftrag von WHO und EU – an Modellen, die das empfindliche Gleichgewicht zwischen Nutzen, Bezahlbarkeit und Profit auf Basis „fairer Preise“ wiederherstellen sollen.
                                Die Preisgestaltung für neue Medikamente ist eine komplexe Angelegenheit. Es fehlen zum Zeitpunkt der Zulassung robuste Informationen über die (längerfristige) Wirksamkeit und Risiken und die zugrundeliegenden – privaten wie öffentlichen – Forschungs- und Entwicklungsausgaben. Erschwerend kommt dazu, dass die Preise – abzüglich individuell verhandelter Rabatte und Managed-Entry-Vereinbarungen – wohlgehütete Geheimnisse sind. Das führt zu einer asymmetrischen Verhandlungsmacht zwischen den öffentlichen Zahlern und den Unternehmen. In der Regel gibt dabei der von der Pharmafirma aufgerufene Preis den Rahmen vor, innerhalb dessen diskutiert wird.  Das gilt insbesondere für Orphan Drugs für seltene Erkrankungen (laut EU 5 pro 10.000 Einwohner:innen betroffen), bei denen das Produkt oder die Therapie eine Monopolstellung haben.
                                 
                                Das drängt die Zahler in die Ecke. Besonders in kleineren Ländern steht die Drohung im Raum, dass das Arzneimittel gar nicht auf den Markt kommt, wenn die Preise nicht akzeptiert werden. Laut Recherchen des europäischen Journalistenteams „Investigate Europe“ wurden von 32 Medikamenten mit nachgewiesenem Nutzen nur in Österreich und Deutschland alle bezahlt. In Estland, Lettland und Litauen waren rund 30 Prozent nicht verfügbar, in Zypern 60 Prozent und in Ungarn sogar 75 Prozent. Der Druck von Präsident Trump, die Pharmapreise in den USA zu senken, könnte die Preise in Europa weiter hochtreiben.
                                 
                                Lange Zeit argumentierte die Pharmaindustrie die hohen Preise mit den Investitionen für Forschung und Entwicklung und den damit verbundenen Risiken für Kapitalgeber:innen. Um die Jahrtausendwende folgte – zuerst in Großbritannien, später auch in Deutschland und anderen Ländern – ein Paradigmenwechsel: „Value-based Pricing“ koppelte den Preis eines neuen, innovativen Arzneimittels an den Zusatznutzen, den es für Patient:innen und Gesellschaft erbringt. Hatte das Konzept ursprünglich zum Ziel, die begrenzten finanziellen Mittel der solidarischen Gesundheitssysteme für die Therapien mit dem höchsten Nutzen einzusetzen, führte die Entkoppelung von den Forschungs-, Entwicklungs- und Herstellungskosten zu teilweise exorbitanten Preisen in Millionenhöhe pro Dosis. 
                                 
                                Zahlreiche Institutionen und Forschungseinrichtungen arbeiten seit einiger Zeit an Alternativmodellen zum Value-based Pricing. Ihr Ziel ist es, transparente Modelle und Algorithmen für „faire Preise“ zu entwickeln. Sie sollen den therapeutischen Nutzen für die Patient:innen, die Kosten für das solidarische System sowie einen Gewinn samt vernünftigen Investitionsrenditen, der ausreichend Motivation für Forschung & Entwicklung (F&E) bietet, beinhalten. 
                                 
                                Befürworter:innen dieser Ansätze erkennen an, dass Arzneimittel ein wichtiger Faktor der Gesundheitsversorgung sind und Pharmahersteller wertvolle Partner. Gesucht wird allerdings nach Maßnahmen, um das Risiko zu senken, dass Pharmakonzerne ihr Marktmonopol ausnutzen. 
                                 
                                Transparenz ist dabei der Schlüsselfaktor – sowohl was die Kosten für F&E und Produktion als auch die Marktpreise angeht. Dazu gehört auch auf den Tisch gelegt, wie viel öffentliche Mittel in die Forschung und Entwicklung eines Arzneimittels geflossen sind. Der Weg zu fairen Arzneimittelpreisen erfordert einen mutigen Paradigmenwechsel: Weg von undurchsichtigen Verhandlungen hinter verschlossenen Türen, hin zu einem transparenten System, das medizinischen Fortschritt und gesellschaftliche Solidarität gleichermaßen vorsieht.
                                 
                                Daniel Fabian, MSc – Researcher, Austrian Institute for Health Technology Assessment (AIHTA) 
                                Mag. Andrea Fried  – Communication Officer, Austrian Institute for Health Technology Assessment (AIHTA)

                                 

                                Referenzen:

                                Wild C, Sehic O, Schmidt L, Fabian D. Public contributions to R&D of medical innovations: A framework for analysis. Health Policy. 2025;152:105235. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0168851024002458.

                                Hendrickx A, Kanga-Tona T. Ein transparentes Modell für einen fairen Preis für innovative Arzneimittel in Europa. In: Schröder H, Thürmann P, Telschow C, Schröder M, Busse R, editors. Arzneimittel-Kompass 2021: Hochpreisige Arzneimittel – Herausforderung und Perspektiven. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg; 2021. p. 155–73. https://www.springerpflege.de/ein-transparentes-modell-fuer-einen-fairen-preis-fuer-innovative/23496114.

                                Investigate Europe. Tödliche Preise: Wie die Pharmaindustrie Ungleichheit in Europa fördert. https://www.investigate-europe.eu/de/themes/investigations/deadly-prices-europe-big-pharma-medicines.

                                Public Eye. Gefährdet die Gesundheit: Pharma erzielt Profitmargen von 40 bis 90 % auf Krebsmedikamenten. Public Eye Report September 2022. https://www.publiceye.ch/fileadmin/doc/Medikamente/2022_PublicEye_GefaehrdetDieGesundheit_Report.pdf.

                                Marx M. Die zehn größten Pharmakonzerne der Welt im Ranking 2025. WirtschaftsWoche. 2025. https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/merck-pfizer-und-co-die-zehn-groessten-pharmakonzerne-der-welt-im-ranking-2025/30014284.html.

                                Becker Z, Dunleavy K, Sagonowsky E, Liu A, Kantsteiner F. UPDATED: Most expensive drugs in the US in 2025. Fierce Pharma. 2025. https://www.fiercepharma.com/special-reports/most-expensive-drugs-us-2025.

                                 

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                                                                            • Decision Support Documents for the Austrian Appraisal Board
                                                                              • HTA-Informationsdienst Rapid Reviews
                                                                                • Horizon Scanning in der Onkologie – Priorisierung onkologischer Wirkstoffe
                                                                                  • Horizon Scanning of Medicines - Berichte und Fact Sheets
                                                                                    • Horizon Scanning in der Onkologie – Hilfestellung für eine „Budget-Impact-Berechnung“
                                                                                      • Bewertung medizinischer Einzelleistungen (MEL) - Berichte
                                                                                        • Alle Projekte im Überblick
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