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Obecabtagene autoleucel (AUCATZYL®) zur Behandlung erwachsener Patient:innen mit rezidivierter oder refraktärer B-lymphoblastischer Leukämie
Obecabtagene Autoleucel (Obe-cel, Aucatzyl®) ist eine autologe CAR-T-Zelltherapie, bei der Patient:innen-eigene T-Zellen gentechnisch mit einem Anti-CD19-CAR modifiziert werden, um CD-19-positive Leukämiezellen gezielt zu erkennen und anzugreifen. Ziel dieser Behandlung ist es, bei erwachsenen Patient:innen ab 26 Jahren mit rezidivierter oder refraktärer B-lymphoblastischer Leukämie eine Remission zu erzielen. In der einarmigen Phase 1b/2-FELIX-Studie zeigte die Wirksamkeitsanalyse der Kohorte 2A (n=94, medianes Follow-up: 20,3 Monate) eine Gesamtansprechrate von 77 %, darunter 55 % mit vollständiger Remission, eine mediane Ansprechdauer von 14,1 Monaten sowie ein ereignisfreies Überleben von 9,0 Monaten. Für alle infundierten Patient:innen (n=127, medianes Follow-up: 21,5 Monate) betrug das mediane Gesamtüberleben 15,6 Monate. Bezüglich der Sicherheit waren die häufigsten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse (Grad ?3) febrile Neutropenie (12,6 %), das Immuneffektorzell-assoziierte Neurotoxizitätssyndrom (6,3 %), COVID-19 (6,3 %), Hyperferritinämie (5,5 %) und Sepsis (5,5 %). Das Zytokin-Freisetzungssyndrom trat bei 68,5 % der Patient:innen auf; der Grad ?3 wurde bei 2,4 % beobachtet. Nach der Obe-cel-Infusion verstarben 35 % der Patient:innen; zwei Todesfälle (1,6 %) waren behandlungsbedingt. Die verfügbare Evidenz ist begrenzt, da direkte Vergleiche mit anderen Therapien sowie Daten zur Lebensqualität fehlen.
Publikation: Appraisal Board Assessment Nr. 005: https://eprints.aihta.at/1589/
Kontakt : AIHTA Bewertungsboard Team: bewertungsboard@aihta.at
Horizon Scanning in der Onkologie - Fact Sheets
Wir freuen uns eine neue Fact Sheet vorstellen zu dürfen.
Nudging-Interventionen zur Optimierung des Verschreibungsverhaltens von Ärzt:innen
Unangemessene Verschreibungen, insbesondere bei Antibiotika und Opioiden, tragen wesentlich zu Antibiotikaresistenzen, Opioidabhängigkeit und steigenden Gesundheitskosten bei. Trotz verfügbarer Leitlinien besteht häufig eine Diskrepanz zwischen evidenzbasierten Empfehlungen und der tatsächlichen Verschreibungspraxis. Nudging-Interventionen versprechen, Verschreibungsentscheidungen ohne Verbote oder finanzielle Anreize zu optimieren. Dieses Forschungsprojekt untersucht mittels einer systematischen Übersichtsarbeit, welche Nudging-Interventionen die Verschreibungspraxis von Ärzt:innen evidenzbasiert optimieren können. Dafür wurden randomisierte kontrollierte Studien analysiert und Expert:innen zur Umsetzbarkeit im österreichischen Gesundheitsbereich befragt.
Publikation: HTA Projektbericht Nr. 168: https://eprints.aihta.at/1593/
Kontakt: Viktoria Hofer
Inhaltliche Weiterentwicklung der österreichischen Vorsorgeuntersuchung: Factsheets zu Screenings auf Prostatakrebs, Lungenkarzinom und Abdominales Aortenaneurysma
Die Factsheets fassen die Evidenzlage zu den jeweiligen Screeningstrategien anhand rezenter HTA-Berichte und systematischer Übersichtsarbeiten zusammen.
PSA-basiertes Screening zur Früherkennung von Prostatakarzinomen
Low-Dose-Computer-Tomography (LDCT) Screening zur Früherkennung von Lungenkarzinomen
Ultraschallbasiertes Screening auf Abdominales Aortenaneurysma (AAA)
Horizon Scanning in der Onkologie - Fact Sheets
Wir freuen uns sieben neue Fact Sheets vorstellen zu dürfen.
Fact Sheet Nr. 198 (November 2025)
Tislelizumab (Tevimbra®) with platinum-based chemotherapy for the first-line treatment of unresectable, locally advanced or metastatic oesophageal squamous cell carcinoma
Fact Sheet Nr. 199 (November 2025)
Tislelizumab (Tevimbra®) with chemotherapy for the first-line treatment of HER-2-negative locally advanced unresectable or metastatic gastric/gastroesophageal junction adenocarcinoma
Fact Sheet Nr. 202 (November 2025)
Pembrolizumab (Keytruda®) for the treatment of malignant pleural mesothelioma
Fact Sheet Nr. 208 (November 2025)
Blinatumomab (Blincyto®) monotherapy as part of consolidation therapy for the treatment of adult patients with Philadelphia chromosome-negative (Ph-) CD19-positive B-cell precursor acute lymphoblastic leukaemia (ALL)
Fact Sheet Nr. 225 (November 2025)
Tislelizumab (Tevimbra®) with etoposide and platinum chemotherapy for the first-line treatment of extensive-stage small-cell lung cancer
Fact Sheet Nr. 233 (November 2025)
Tislelizumab (Tevimbra®) in combination with gemcitabine and cisplatin for the first-line treatment of recurrent or metastatic nasopharyngeal carcinoma
Fact Sheet Nr. 241 (November 2025)
Tislelizumab (Tevimbra®) with platinum-containing chemotherapy as neoadjuvant treatment and then continued as monotherapy as adjuvant treatment, for the treatment of adult patients with resectable non-small cell lung cancer
Horizon Scanning in der Onkologie - Fact Sheets
Wir freuen uns zwei neue Fact Sheets vorstellen zu dürfen.
Fact Sheet Nr. 196 (November 2025)
Catumaxomab (Korjuny®) for the treatment of malignant ascites
Fact Sheet Nr. 210 (November 2025)
Datopotamab deruxtecan (Datroway®) for the treatment of unresectable or metastatic hormone receptor-positive (HR+), human epidermal growth factor receptor 2-negative (HER2–) breast cancer
Social Prescribring in der Primärversorgung – Entwicklung einer österreichischen Programmtheorie auf Grundlage von Realist-Evidenz
Social Prescribing (SP) ist eine komplexe Intervention, mit dem Ziel, die Versorgung durch Einbezug von regionalen, nicht-medizinischen Diensten, zu verbessern. Realist-Methoden können dabei helfen, die Funktionsweise solcher Interventionen explizit zu machen. Das Ziel dieses Berichts war es daher, auf der Grundlage der verfügbaren Realist-Evidenz zu ermitteln, was wir über den österreichischen SP-Prozess lernen können. Ausgehend vom österreichischen SP-Idealmodell wurden die Ergebnisse aus Realist-Studien in eine narrative Beschreibung jedes einzelnen Schrittes integriert. Dabei wurde hervorgehoben, welche Aspekte von SP bereits durch theoretische Grundlagen untermauert sind und welche weitere Forschung bedürfen.
Publikation: HTA Projektbericht Nr. 173: https://eprints.aihta.at/1581/
Kontakt: Julia Kern
Inhaltliche Weiterentwicklung der österreichischen Vorsorgeuntersuchung: Scores zu Prognose von Herz-Kreislauf Erkrankungen: eine systematische Übersichtsarbeit
Kardiovaskuläre Erkrankungen zählen zu den häufigsten Todesursachen und verursachen in der EU jährliche Kosten von rund 282 Milliarden Euro. Dieses Forschungsprojekt vergleicht mithilfe einer systematischen Übersichtsarbeit verschiedene Risikoscores (z.B: SCORE2, ARRIBA, PROCAM) zur Abschätzung des individuellen Herz-Kreislauf-Risikos. Analysiert wurden ihre Vorhersagegenauigkeit, ihr Nutzen und ihre Umsetzbarkeit in der österreichischen Vorsorgeuntersuchung. Die Ergebnisse zeigen: Ein langfristiger Gesundheitsnutzen ist bisher nicht belegt. Für eine Einführung wären nationale Anpassungen, Schulungen und weitere Validierungsstudien erforderlich.
Publikation: HTA Projektbericht Nr. 170b: https://eprints.aihta.at/1577/
Kontakt: Lena Grabenhofer
Inhaltliche Weiterentwicklung der österreichischen Vorsorgeuntersuchung. Kurzinterventionen der Lebensstilberatung: Umbrella Review und Qualitative Befragung
Lebensstilbedingte Erkrankungen sind in Österreich für rund 82 Prozent aller Todesfälle verantwortlich. Die österreichische Vorsorgeuntersuchung wurde zuletzt 2005 aktualisiert, während sich viele gesundheitsbezogene Lebensstilindikatoren verschlechtert haben. Dieses Forschungsprojekt untersucht mittels Umbrella-Review, welche evidenzbasierten Kurzinterventionen zu körperlicher Aktivität, gesunder Ernährung und Reduktion von Alkoholkonsum in der Lebensstilberatung der Vorsorgeuntersuchung eingesetzt werden können. Dafür wurden systematische Reviews der Jahre 2015 bis 2025 analysiert und österreichische Ärzt:innen zur Umsetzbarkeit befragt.
Publikation: HTA Projektbericht Nr. 170a: https://eprints.aihta.at/1576/
Kontakt: Jule Anna Pleyer
Transitionspsychiatrie: Analyse internationaler Modelle und Handlungsempfehlungen für Österreich
Die Transition von der Kinder- und Jugendpsychiatrie in die Erwachsenenpsychiatrie ist von Diskontinuitäten und hohen Abbruchquoten geprägt. In diesem Projekt wurden internationale Modelle und Strategien untersucht, ergänzt durch Expert:innenkonsultationen. Zwei Hauptmodelle wurden identifiziert, die durch gemeinsame Grundsätze gekennzeichnet sind, darunter kooperative, entwicklungsorientierte und jugendzentrierte Transitionen. Die Implementierung bleibt aufgrund personeller und struktureller Beschränkungen herausfordernd. In Österreich steht die Transitionspsychiatrie noch am Anfang; die Ergebnisse bieten eine Evidenzbasis für eine systemweite und nachhaltige Weiterentwicklung.
Publikation: HTA Projektbericht Nr. 177: https://eprints.aihta.at/1574/
Kontakt: Romy Schönegger
























