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Amivantamab plus Lazertinib versus Osimertinib plus Chemotherapie zur Erstlinienbehandlung von fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs
Das AIHTA bewertete die klinischen, gesundheitsökonomischen und organisatorischen Auswirkungen von Amivantamab plus Lazertinib im Vergleich zu Osimertinib plus platinbasierter Chemotherapie zur Erstlinienbehandlung des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit häufigen EGFR-Mutationen.
Die verfügbare Evidenz zeigt derzeit keinen gesicherten klinischen Vorteil von Amivantamab plus Lazertinib gegenüber Osimertinib plus Chemotherapie. Obwohl die Häufigkeit schwerwiegender Nebenwirkungen bei beiden Behandlungsregimen insgesamt ähnlich ist, unterscheiden sich die Arten der Nebenwirkungen deutlich. Die Kombination aus Amivantamab und Lazertinib geht vor allem mit Hautreaktionen und venösen Thromboembolien (Blutgerinnseln in den Venen) einher, während bei Osimertinib plus Chemotherapie vor allem eine verminderte Bildung von Blutzellen im Knochenmark auftritt, was das Risiko für Infektionen, Müdigkeit und Blutungen erhöhen kann.
Gleichzeitig ist Amivantamab plus Lazertinib mit höheren Kosten und zusätzlichen organisatorischen Anforderungen verbunden. Die subkutane Formulierung von Amivantamab reduziert zwar den Aufwand der Verabreichung, die Anforderungen an Monitoring und Supportivtherapie bleiben jedoch weitgehend bestehen. Die Evidenzbasis ist jedoch aufgrund fehlender direkter Vergleichsstudien weiterhin mit Unsicherheit behaftet.
Publikation: AIHTA Projektbericht Nr. 184: https://eprints.aihta.at/1622/
Kontakt: Eva Malikova
Maßnahmen zur Regulierung und Gestaltung der Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche
Soziale Medien sind im Alltag von Kindern und Jugendlichen fest verankert. International besteht Sorge über mögliche negative Auswirkungen auf psychische Gesundheit, Schlaf, Wohlbefinden und soziale Entwicklung.
Das AIHTA hat untersucht, welche Maßnahmen ausgewählte Länder zum Schutz von Kindern und Jugendlichen eingeführt oder vorgesehen haben, welche wissenschaftliche Evidenz zu deren Nutzen und Risiken vorliegt, und welche ethischen Implikationen sich daraus ergeben. Eingeschlossen waren dabei altersbasierte Zugangsbeschränkungen, partielle Einschränkungen von Plattformfunktionen, Inhalten und Zeiten sowie familien- und bildungsbasierte Maßnahmen.
Die zentrale Erkenntnis lautet: Die derzeitige Evidenz kann die Wirksamkeit eines bestimmten regulatorischen Ansatzes weder zuverlässig bestätigen noch ausschließen. Das Fehlen belastbarer Evidenz verschiebt somit die Begründungslast auf ethisch-normative Argumente. Die potenzielle Wirksamkeit setzt zudem eine erfolgreiche Umsetzung, insbesondere eine zuverlässige Altersüberprüfung, voraus. Öffentliche Kommunikationskampagnen für Kinder, Jugendliche und Erziehungsberechtigte sowie ein unabhängiger, im Vorfeld festgelegter Evaluationsrahmen sollten die Umsetzung begleiten.
Publikation: AIHTA Projektbericht Nr. 185: https://eprints.aihta.at/1619/
Kontakt: Jule Pleyer
Bewertung medizinischer Einzelleistungen (MEL) - Berichte 2026
Wir freuen uns neue Berichte vorstellen zu dürfen.
Decision Support Documents 2026:
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DSD 147: Pharyngeale Elektrostimulation (PES) zur Behandlung von Dysphagie https://eprints.aihta.at/1614/
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DSD 148: Transarterielle periartikuläre Embolisation (TAPE) bei Knie- und Schulterarthrose https://eprints.aihta.at/1615/
+ 1 Update:
- DSD 119/ 1. Update: Implantation eines telemedizinischen Pulmonalarterien-Drucksensors bei Patient:innen mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz https://eprints.aihta.at/1616/
Gesundheitslots:innen für Migrant:innen/ Flüchtlinge, Mixed-Method Review
Migrant:innen und Flüchtlinge sehen sich aufgrund kultureller Unterschiede sowie geringer Gesundheitskompetenz beim Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen häufig mit erheblichen Hindernissen konfrontiert. Darunter fallen Sprachbarrieren und mangelnde Kenntnisse über die Gesundheitsstrukturen. Diese Hindernisse können zu Verzögerungen bei der Gesundheitsversorgung, zu schlechteren Gesundheitsergebnissen und zu höheren Gesundheitskosten führen.
Gesundheitslots:innen haben sich als gemeindebasiertes Unterstützungsmodell etabliert, das darauf abzielt, diesen Herausforderungen durch kulturell sensible Beratung, Orientierung und Unterstützung durch geschulte Multiplikatoren mit eigener Migrationserfahrung zu begegnen.
Diese Mixed-Method Studie hatte zum Ziel, die Rolle und die Wirkung von Gesundheitslots:innen für Migrant:innen und Flüchtlinge zu untersuchen.
Publikation: AIHTA Projektbericht Nr. 180: https://eprints.aihta.at/1613
Kontakt: Claudia Wild
Tisotumab vedotin (TIVDAK®) zur Behandlung erwachsener Patientinnen mit rezidivierendem oder metastasiertem Zervixkarzinom
Tisotumab vedotin ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat aus einem monoklonalen Antikörper und einem Mikrotubuli-Inhibitor. Der Antikörper bindet spezifisch an den Tissue Factor auf Tumorzellen. Nach Aufnahme des Komplexes wird der Wirkstoff freigesetzt und führt zum Zelltod. Tisotumab vedotin wird als Monotherapie bei erwachsenen Patientinnen mit Zervixkarzinom nach Progression unter oder nach einer systemischen Therapie alle drei Wochen intravenös verabreicht, bis zur Krankheitsprogression oder dem Auftreten nicht tolerierbarer Nebenwirkungen.
In der Studie innovaTV 301 zeigte Tisotumab vedotin (n=253) im Vergleich zur Chemotherapie (n=249) einen Vorteil hinsichtlich des Gesamtüberlebens (HR 0,70; 95 % KI 0,54-0,89) mit einer Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens um etwa zwei Monate. Das progressionsfreie Überleben verlängerte sich um rund 1,3 Monate. Eine eindeutige Verbesserung der Lebensqualität konnte nicht nachgewiesen werden. Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (TEAEs) traten in beiden Gruppen häufig auf. Grad >=3 TEAEs und schwerwiegende unerwünschte Ereignisse waren unter Tisotumab vedotin seltener. Okuläre Ereignisse und traten unter häufiger auf. Die Evidenz ist insbesondere durch fehlende Daten und die Berichterstattung der Ergebnisse, mit Unsicherheiten behaftet. Tisotumab vedotin erhielt im März 2025 die Zulassung der Europäischen Kommission.
Publikation: Decision Support Document for the Austrian Appraisal Board Nr. 008: https://eprints.aihta.at/1611/
Kontakt: AIHTA Bewertungsboard Team: bewertungsboard@aihta.at
Teplizumab (TEIZEILD®) für Typ-1-Diabetes im Stadium 2
Teplizumab (TEIZEILD®) ist ein monoklonaler Anti-CD3-Antikörper, der die Autoimmunreaktion bei Typ-1-Diabetes (T1D) im Stadium 2 moduliert, in dem er autoreaktive T-Zellen hemmt und die endogene Insulinsekretion länger erhält. Die einmalige intravenöse Infusion über 14 Tage ist bei Erwachsenen und Kindern ab 8 Jahren mit T1D im Stadium 2 indiziert, um die Progression zu Stadium 3 zu verzögern. In der randomisierten, placebokontrollierten Phase-2-Studie TN-10 (n=76, medianes Follow-up: 24,5 Monate) betrug die mediane Zeit bis zur T1D-Diagnose 48,4 Monate (Teplizumab) vs. 24,4 Monate (Placebo) (p<0,01). Die C-Peptid-Spiegel waren unter Teplizumab signifikant höher (1,94 vs. 1,72 pmol/ml; p<0.01). Bezüglich der Sicherheit traten unerwünschte Ereignisse bei nahezu allen Patient:innen auf; häufigste Ereignisse waren hämatologische Veränderungen (75%, überwiegend Lymphopenie) und Hautreaktionen (36%). Schwere unerwünschte Ereignisse (Grad 3) traten hauptsächlich in den ersten 30 Tagen auf und waren überwiegend reversibel. Die verfügbare Evidenz ist durch eine kleine Stichprobe, fehlende Lebensqualitätsdaten und begrenzte Langzeitdaten eingeschränkt. Teplizumab erhielt Anfang Jänner 2026 die Zulassung der Europäischen Kommission.
Publikation: Decision Support Document for the Appraisal Board Assessment Nr. 007: https://eprints.aihta.at/1612/
Kontakt: AIHTA Bewertungsboard Team: bewertungsboard@aihta.at
Musiktherapie: Klinische und sozioökonomische Outcomes sowie Langzeitmessinstrumente bei Substanzgebrauchsstörungen
Substanzkonsumstörungen zählen zu den größten globalen Gesundheitsproblemen. Im EU-Projekt FALCO wurde untersucht, welche Messinstrumente sich für die Langzeitevaluation von Musiktherapie bei Suchterkrankungen eignen. Instrumente zu stabilen Konstrukten wie Depression, Problemschwere und Selbstwirksamkeit erwiesen sich als am besten geeignet. Betroffene nannten soziale Aspekte am häufigsten – Kinder, Haustiere und Erwerbstätigkeit als zentrale Faktoren der Wiedereingliederung. Validierte Instrumente sind vorhanden, weisen jedoch Lücken auf. Künftige Forschung sollte Langzeitstudien, Core Outcome Sets und kulturell angepasste Instrumente mit sozialer und sozioökonomischer Dimension priorisieren.
Publikation: HTA Projektbericht Nr. 178: https://eprints.aihta.at/1607/
Kontakt: Lucia Gassner
Übersicht nationaler gesundheitsökonomischer Evaluationsleitlinien: Internationale Best Practices und Implikationen für Österreich
Österreich verfügt derzeit über keine formal anerkannte nationale gesundheitsökonomische Evaluationsleitlinie (HEEG) mit detaillierten methodischen Spezifikationen, was eine breitere Anwendung gesundheitsökonomischer Evidenz in Erstattungsentscheidungen erschwert. Diese Übersichtsarbeit untersuchte systematisch verpflichtende HEEGs aus Hocheinkommensländern, um gemeinsame Standards für die Durchführung gesundheitsökonomischer Evaluationen zu identifizieren und fasst die Ergebnisse in einer strukturierten Übersicht über methodische Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf internationaler Ebene zusammen. Die Ergebnisse sollen österreichische Entscheidungsträger und HTA-Stakeholder dabei unterstützen, eine national angepasste, methodisch robuste Leitlinie zu entwickeln, die in einem breiten Spektrum gesundheitlicher Entscheidungskontexte anwendbar ist.
Publikation: AIHTA Projektbericht Nr. 181b: https://eprints.aihta.at/1606/
Kontakt: Diana Szivakova
Kombinationstherapie mit Antidepressiva und Vitamin-B-Komplex im Vergleich zur Monotherapie mit Antidepressiva – eine systematische Übersicht
Angst- und depressive Störungen tragen erheblich zur globalen Krankheitslast bei. Herausforderungen in der Therapie mit Antidepressiva haben das Interesse an adjunktiven ernährungsbezogenen Interventionen, wie der Supplementierung mit B-Vitaminen geweckt, da diese an neurobiologischen Prozessen beteiligt sind, die für die Stimmungsregulation relevant sind. Allerdings haben sich bisherige systematische Reviews nicht spezifisch auf additive Behandlungsregime konzentriert, die mehrere B-Vitamine in Kombination mit Antidepressiva einsetzen. Ziel dieser systematischen Übersichtsarbeit war es daher, die Wirksamkeit und Sicherheit der Kombination eines Vitamin-B-Komplexes (? 2 B-Vitamine) mit einer antidepressiven Medikation zur Verbesserung der Symptomschwere bei Depressionen und Angststörungen zu evaluieren.
Publikation: AIHTA Projektbericht Nr. 182: https://eprints.aihta.at/1605
Kontakt: Susanne Fasching
Genetische Untersuchungen in Österreich. Teil C: Nachweis von PIK3CA/AKT1/PTEN/ESR1-Genalterationen bei HR+/HER2– Mammakarzinom
Hochdurchsatz-Sequenzierungstechnologien ermöglichen die simultane Analyse mehrerer Gene oder des gesamten Genoms in einem einzigen Lauf und werden zunehmend für den Nachweis klinisch relevanter Genalterationen eingesetzt. Dieser Bericht bewertet die klinische Wirksamkeit, Sicherheit sowie wirtschaftliche, organisatorische und ethische Aspekte von Hochdurchsatz-Sequenzierungstechnologien für den Nachweis von PIK3CA-, AKT1-, PTEN- und ESR1-Genalterationen in der Brustkrebsdiagnostik. Die Zielpopulation umfasst Erwachsene mit der Diagnose eines HR+/HER2–, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinoms.
Publikation: AIHTA Projektbericht Nr. 176c: https://eprints.aihta.at/1604
Kontakt: Gregor Goetz, Alba Colicchia

























