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- Newsletter April 2026 | Nr. 246
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Genetik (Teil A): Anwendungsgebiete, internationale Erstattungsprozesse und Priorisierungskriterien
Teil A des Projekts gibt – ausgehend von einem umfassenden Glossar – einen Überblick über potenzielle Anwendungsgebiete, internationale Erstattungsprozesse und Priorisierungskriterien für künftige Health Technology Assessments. Im Rahmen einer systematische Literatursuche wurden 49 HTA-Berichte und Cochrane Reviews identifiziert, die genetische Tests mittels Hochdurchsatz-Sequenzierungstechnologien bewerten. Sie wurden nach vier gängigen Anwendungsfeldern kategorisiert: diagnostische Testung, klinisch prädiktive Testung, pharmakogenetische Testung und Tumortestung. Die meisten Berichte stammten aus Kanada (n=14), dem Vereinigten Königreich (n=11) und Australien (n=7). Diese Länder verfügen auch über formalisierte evidenzbasierte Bewertungs- und Erstattungsprozesse, die im Rahmen des Projekts näher untersucht wurden. Alle drei Länder verfolgen einen indikationsspezifischen Ansatz, der die Test-Evaluation mit definierten klinischen Kontexten und Patient:innenpopulationen verknüpft.
Auf Basis dieser Rechercheergebnisse wurden im Rahmen eines multidisziplinären Workshops mit Entscheidungsträger:innen Priorisierungskriterien für die Durchführung von HTAs zur Unterstützung von künftigen Erstattungsentscheidungen bei genetischen Tests in Österreich entwickelt. Als besonders relevant wurden dabei folgende Kriterien erachtet:
- Klinische Handlungsfähigkeit: Ausmaß, in dem Tests zu Änderungen beim Patient:innenmanagement führen,
- Ressourcenintensität: organisatorische und ökonomische Belastung, insbesondere in Hin-blick auf Datenspeicherung und genetische Beratung und
- Indikationsvolumen: Häufigkeit der Testanforderungen.
Fazit: Es wird empfohlen, in Österreich kein neues System aufzubauen, sondern die bestehende Praxis zur Einführung genetischer Testungen in die Versorgungspraxis durch granulare, indikationsspezifische Kriterien zu standardisieren. Ein multidisziplinäres Expert:innenkomitee soll mit der Erarbeitung eines entsprechenden Katalogs beauftragt werden, der regelmäßig aktualisiert wird. Die Inhalte internationaler Testverzeichnisse – wie etwa das National Genomic Test Directory (UK) oder das Genetic Test Directory (CAN) – könnten dazu herangezogen werden.
AIHTA: Goetz, G., Jeindl, R., Yoldas, B. und Colicchia, A. (2026): Genetische Untersuchungen in Österreich. Teil A: Anwendungsgebiete, internationale Erstattungsprozesse und Priorisierungskriterien. HTA-Projektbericht 176a. https://eprints.aihta.at/1602/















