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- Newsletter November 2025 | Nr. 242
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Transitionspsychiatrie: Internationale Modelle und Handlungsempfehlungen
Internationale Leitlinien und Rahmenwerke stimmen in den wesentlichen Punkten überein: Das frühzeitige Erkennen des Transitionsbedarfs, flexible Altersgrenzen, sektorübergreifende Koordinierung und integrierte Betreuungsplanung sind entscheidende Erfolgsfaktoren für eine gelingende Transition. Partizipative und personenzentrierte Ansätze, Psychoedukation sowie digitale Unterstützung tragen ebenfalls dazu bei, die Kontinuität der Behandlung zu fördern. Zudem ist die Integration von Primärversorgung, Schulen und gemeindenahen Unterstützungsangeboten wichtig, um die Transition in das breitere Umfeld der jungen Menschen einzubetten. Als wesentliche Hindernisse bei der Umsetzung zeigten sich Fachkräftemangel, restriktive Aufnahmekriterien und fragmentierte Finanzierungsstrukturen.
Methodisch basiert der AIHTA-Bericht auf einer strukturierten Dokumentensuche, bei der internationale Leitlinien, Rahmenkonzepte und Strategien identifiziert und anhand einer adaptierten Version von AGREE-II bewertet wurden. Die Daten wurden in einem kombinierten vorab definierten und iterativ ergänzten Rahmen für Themen und Kategorien extrahiert und anschließend narrativ zusammengetragen. Mittels Befragung von Expert:innen wurden die Ergebnisse für den österreichischen Kontext validiert.
In Österreich befindet sich die Transitionspsychiatrie noch in der Aufbauphase. Zwar gibt es Pilotprojekte und lokale Initiativen, doch fehlt es an einem umfassenden nationalen Rahmen. Expert:innen empfehlen eine frühzeitige Einbindung der Betroffenen und Angehörigen, Psychoedukation sowie gemeindenahe Dienste in Form von Tageskliniken und eine begleitende Versorgungsforschung. Zur Stärkung der Zusammenarbeit und der beruflichen Attraktivität werden interdisziplinäre „Transitionsboards” sowie gemeinsame akademische Aus- und Weiterbildungsprogramme vorgeschlagen. Befragte Expert:innen merkten kritisch an, dass die in Österreich seit 2024 bestehende rechtliche Möglichkeit, KJP-Patient:innen über das 18. Lebensjahr hinaus zu behandeln, aufgrund begrenzter personeller Ressourcen häufig nicht umgesetzt werde.
Fazit: Internationale Rahmenwerke bieten Orientierung, doch kein universelles Modell. Der Bericht des AIHTA liefert Leitprinzipien für die Entwicklung eines kohärenten, jugendzentrierten und evidenzbasierten Rahmens für die Transitionspsychiatrie in Österreich.
AIHTA: Schönegger R., Hidaka Y. (2025): Transitionspsychiatrie: Analyse internationaler Modelle und Handlungsempfehlungen für Österreich. HTA-Projektbericht 177. https://eprints.aihta.at/1574/.















