
Projektleitung: Claudia Wild
Autor: Ozren Sehic
Publikation: Mai 2021
Sprache: Deutsch (mit englischer Zusammenfassung)
Durch die weiterhin fortschreitende Professionalisierung und Tätigkeitserweiterung von Patient*innenorganisationen steigt auch deren Bedarf an finanziellen Mitteln, der häufig von Pharmaunternehmen gedeckt wird. Um diese Geldflüsse transparenter zu gestalten, hat die Pharmaindustrie mit Selbstverpflichtungen zu mehr Transparenz reagiert. Das AIHTA (damals noch als LBI-HTA) hat diese Daten zum Sponsoring von Patient*innen-Initiativen erstmals für das Jahr 2014 systematisch untersucht und ist bestrebt, ein konsequentes und andauerndes Monitoring der Zahlungen durchzuführen. Das vorliegende vierte Update der systematischen Analyse ging der Frage nach, in welchem Ausmaß Patient*innneninitiativen in Österreich im Jahr 2019 von Pharmafirmen finanziell unterstützt wurden.
Im Jahr 2019 machten nur 39 von insgesamt 115 Mitgliedsunternehmen der PHARMIG Angaben über finanzielle Zuwendungen an Patient*innen-Initiativen. Im Vergleich zu 2018 sank die Offenlegungsquote von 43 auf 34 Prozent, während gleichzeitig ein deutlicher Anstieg der deklarierten Geldsumme um 37 Prozent auf rund 2,3 Millionen Euro zu beobachten war. 2019 erhielten den größten Anteil die Bereiche Hämato-Onkologie (rund 16 Prozent der Gesamtsumme) und Hämophilie (rund 13 Prozent), gefolgt von Lungenerkrankungen, Diabetes- und Stoffwechselerkrankungen.