
Projektleitung: Aline Dragosits
Autor:innen: Julia Kern-Kim, Aline Dragosits, Verena Steiner-Hofbauer
Laufzeit: Q1 bis Q4 2026
Sprache: Englisch (mit deutscher Zusammenfassung)
Zur Förderung der Mundgesundheit hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine globale Strategie sowie einen Aktionsplan für den Zeitraum 2023-2030 verabschiedet. Sie empfiehlt ein Maßnahmenpaket aus sicheren und kosteneffektiven Präventions-, Prophylaxe- und Behandlungsprogrammen. Diese sollen sowohl auf der Verhaltens- als auch der Verhältnisebene ansetzen, um die häufigsten Zahnerkrankungen wie Karies und Parodontalerkrankungen zu verhindern.
Das AIHTA wurde beauftragt, die Kariesprävention im Kindesalter als kontinuierlichen Prozess von Geburt an darzustellen und zentrale Maßnahmen in unterschiedlichen Lebenswelten hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit zu analysieren. Dabei wird Mundgesundheitsförderung als ganzheitlicher Ansatz verstanden: Zum einen werden zahnmedizinische Screeningangebote für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr betrachtet, zum anderen Mundgesundheitsförderungsprogramme im Setting Erziehungseinrichtungen.
Das Projekt besteht aus drei Teilen:
Teil I: Zahnmedizinisches Screening in der Gesundheitsversorgung zur Kariesprävention von Kindern bis zum 6. Lebensjahr
Nur 35 % der Kinder in Österreich erleben ihren ersten Zahnarztbesuch vor dem zweiten Lebensjahr, 41 % mit drei bis vier Jahren und 16 % erst mit fünf bis sechs Jahren. Es stellt sich die Frage, ob ein früherer erster Zahnarztbesuch die Prävalenz von Karies bei Kindern in Österreich senken kann. Das AIHTA wurde beauftragt, einen Überblick über aktuelle Empfehlungen aus internationalen, evidenzbasierten Leitlinien zu Screeningprogrammen zur Kariesvorbeugung bei Kindern unter sechs Jahren in der Gesundheitsversorgung zu geben. Aus diesen Empfehlungen sollen empfohlene Werkzeuge, Pfade und involvierte Berufsgruppen abgeleitet werden. Darüber hinaus soll die aktuelle Evidenz zur Wirksamkeit, Sicherheit und Genauigkeit dieser Programme untersucht werden.
Teil II: Mundgesundheitsförderungsprogramme zur Kariesprävention für Kinder in Kindergärten und Volksschulen
Die WHO hat bis 2020 als Ziel festgelegt, dass mindestens 80 % der sechsjährigen Kinder kariesfrei sein sollten. Obwohl der Anteil kariesfreier Kinder in Österreich steigt, ist das Ziel mit 58 % bei Weitem noch nicht erreicht. In Österreich werden Mundgesundheitsförderungs- und Prophylaxeprogramme für Kinder angeboten. Die Gestaltung dieser Programme obliegt den jeweiligen Bundesländern und variiert im Angebot und der Ausgestaltung. Auch der Anteil der kariesfreien 6 bis 7-jährigen ist unterschiedlich: Mit 72 % ist in Tirol am höchsten und in Niederösterreich mit 46 % am niedrigsten. Das AIHTA wurde beauftragt, die aktuelle Evidenz zur Wirksamkeit und Sicherheit von Mundgesundheitsförderungsprogrammen zur Kariesprävention in Kindergärten und Volksschulen zu analysieren. Dabei liegt der Fokus auf der Identifikation und Bewertung zentraler Programmmerkmale, die mit einem höheren gesundheitlichen Nutzen verbunden sind.
Teil III: Kontextualisierung für Österreich
Basierend auf den Ergebnissen der ersten und zweiten Teile des Projekts werden Empfehlungen zur Kariesprävention für Österreich abgeleitet.