Newsletter Mai 2026 | Nr. 247

Editorial: Chancen und Risiken von Real-World Evidenz

Die Nutzung und Etablierung des Wertes von Real-World Evidenz (RWE) ist ein konkretes Ziel der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) [1]. Im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts Real4Reg, koordiniert vom deutschen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), wurde eine Stakeholder-übergreifende Umfrage zur Nutzung von RWE im regulatorischen Kontext durchgeführt, die mit empirischen Daten die regulatorische Bedeutung von RWE aktuell abbildet [2].

Beobachtungsdaten aus dem medizinischen Versorgungsalltag – sogenannte Real-World Daten (RWD) – können wichtige Erkenntnisse zur Patient:innensicherheit liefern. Bei methodisch angemessener Nutzung besitzen RWD ein erhebliches Potenzial für Entscheidungsprozesse in Regulation und Health Technology Assessment (HTA). Im Rahmen des Horizon-Europe-Projekts Real4Reg wurden dazu verschiedene Akteur:innen befragt. Die erhobenen Erfahrungen und Einschätzungen helfen nun, zu einer verbesserten Nutzung von RWD beizutragen.

Eingesetzt werden RWD aktuell vor allem nach der Marktzulassung von Arzneimitteln, aber auch vor der Zulassung werden RWD genutzt, z.B. im Rahmen der Kontextualisierung zur Charakterisierung von Patient:innenpopulationen. Künstliche Intelligenz (KI) wird für die Analyse der Daten aktuell erst begrenzt verwendet.

Insbesondere Befragte in HTA-Agenturen berichten von Herausforderungen im Hinblick auf die Datenqualität und die fehlende Standardisierung medizinischer Kodierungen. RWD selbst sowie KI als Analysewerkzeug für RWD werden insgesamt als relevant für die Zukunft betrachtet. Dabei sind Mitarbeitende aus akademischen Institutionen und Akteur:innen der Pharmaindustrie deutlich optimistischer, was die zukünftige Rolle von RWD im regulatorischen Kontext angeht als Mitarbeitende von Zulassungsbehörden und HTA-Agenturen. Als Herausforderungen im Umgang mit RWD wurden neben der Datenqualität, vor allem die KI-Nutzung und die Integration verschiedener RWD-Quellen genannt. Weniger als 40 % der Befragten wenden aktuell bestehende Leitlinien zum Thema RWD an.

Eine überwiegend positive Einschätzung zur Nutzung von RWD gibt es bei Patient:innen und Ärzt:innen. Die Bereitschaft zum Teilen ihrer Daten ist insgesamt hoch, insbesondere für die akademische Forschung. Patient:innen zeigten sich zudem offen für eine Weitergabe ihrer Daten an Gesundheitseinrichtungen und Zulassungsbehörden. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig transparente Kommunikation ist: Trotz hoher Bereitschaft bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und möglicher Fehlinterpretationen.

Insgesamt zeigen sich alle Stakeholder trotz bestehender Kritikpunkte grundsätzlich optimistisch gegenüber der Nutzung von RWD. Um dieses Potenzial zu realisieren, sind jedoch weitere Forschung und eine enge Zusammenarbeit aller Akteur:innen erforderlich. Notwendig ist ein transparenter und verlässlicher Rahmen für die Nutzung von RWD in Regulations- und HTA-Prozessen, mit besonderem Fokus auf Datenschutz, Datenqualität und Standardisierung. Ergänzend sind Schulungskonzepte entscheidend, um fundierte Entscheidungen zu ermöglichen, Vertrauen zu stärken und bestehende Bedenken zu adressieren.

Hier setzt das Projekt Real4Reg an: Durch praxisnahe Good-Practice-Beispiele, Handlungsempfehlungen und Trainingskonzepte soll die nachhaltige und angemessene Nutzung von RWD in Regulations- und HTA-Prozessen gestärkt werden [3].

Martin Russek ist Doctoral Researcher in der Forschungsgruppe Pharmakoepidemiologie der Abteilung Forschung am deutschen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

Prof. Dr. Britta Hänisch ist Leiterin der Abteilung Forschung und Leiterin der Forschungsgruppe Pharmakoepidemiologie am deutschen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Sie ist weiterhin Universitätsprofessorin für Pharmakoepidemiologie an der Universität Bonn.

Referenzen:

1. Arlett P, Kjær J, Broich K, Cooke E. Real-World Evidence in EU Medicines Regulation: Enabling Use and Establishing Value. Clinical Pharmacology & Therapeutics. 2022;111(1):21-23. doi:https://doi.org/10.1002/cpt.2479

2. Depner FL, Russek M, Röthlein C, et al. Key Stakeholders’ Knowledge, Opinions, and Interests on Real?World Evidence in the Regulatory Process—Results of an EU ?Wide Survey. Clinical Translational Sci. 2025;18(12):e70454. doi:10.1111/cts.70454

3. Peltner J, Becker C, Wicherski J, et al. The EU project Real4Reg: unlocking real-world data with AI. Health Research Policy and Systems. 2025;23(1):27. doi:10.1186/s12961-025-01287-y

Leitlinien für gesundheitsökonomische Evaluationen – ein internationaler Überblick

Die wachsende Nachfrage nach Gesundheitsleistungen sowie steigende Preise haben den Druck auf die Gesundheitsbudgets weltweit verstärkt und unterstreichen die Bedeutung fundierter gesundheitspolitischer Entscheidungen. Gesundheitsökonomische Evaluationen im Rahmen von HTA unterstützen solche Entscheidungen und folgen in vielen Ländern klaren Leitlinien. In Österreich fehlt eine solche nationale Leitlinie bislang. Das AIHTA hat in einer systematischen Übersichtsarbeit internationale gesundheitsökonomische Evaluationsleitlinien (HEEG) analysiert, um gemeinsame Standards und Unterschiede zu identifizieren. Diese Ergebnisse sollen die Entwicklung einer methodisch soliden, national angepassten Leitlinie für Österreich unterstützen.

Es wurde untersucht, wie gesundheitsökonomische Leitlinien in Ländern, die über ein mit Österreich vergleichbares Gesundheitssystem verfügen, ausgestaltet sind. Insgesamt flossen 16 Leitlinien – überwiegend aus EU-Ländern – in die Analyse ein. Die Ergebnisse zeigen eine große internationale Übereinstimmung bei den methodischen Grundprinzipien: Die Kosten-Nutzwert-Analyse unter Verwendung qualitätsadjustierter Lebensjahre (QALYs) ist in den meisten Ländern der bevorzugte analytische Ansatz und unterstützt die Vergleichbarkeit über Krankheitsbereiche und Interventionen hinweg. In den meisten Fällen wird das EQ 5D-Instrument zur Messung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität herangezogen und das inkrementelle Kosteneffektivitätsverhältnis (ICER) als zentrales Ergebnismaß. Modellbasierte Analysen gelten weitgehend als Standard. Einigkeit besteht auch hinsichtlich der Wahl geeigneter Vergleichsinterventionen, ausreichender Zeithorizonte und die Durchführung von Sensitivitätsanalysen.

Unterschiede zeigen sich vor allem dort, wo nationale Prioritäten, politische Entscheidungen und institutionelle Ressourcen eine Rolle spielen – etwa beim Anwendungsbereich der Leitlinien, bei den Diskontierungsraten, beim Umgang mit Verteilungs- und Gerechtigkeitsfragen sowie bei der Frage, ob feste Kosteneffektivitätsgrenzwerte verwendet werden. Insgesamt liefern die Ergebnisse eine gute Grundlage für die Entwicklung einer national angepassten, methodisch fundierten HEEG für Österreich.

Fazit: Die Analyse zeigt, dass es international weitgehende Einigkeit über die grundlegenden Methoden gesundheitsökonomischer Evaluationen gibt, gleichzeitig aber genug Spielraum bleibt, diese an nationale Gegebenheiten anzupassen. Für Österreich bedeutet das, dass beim Aufbau einer eigenen Leitlinie zunächst jene Bereiche gestärkt werden sollten, die eine entsprechende Infrastruktur erfordern, wie beispielsweise die Klärung des regulatorischen Status der Leitlinie sowie die methodische Anpassung von QALYs an den österreichischen Kontext. Gleichzeitig sollten politische Entscheidungsträger:innen eingebunden werden, wenn es um methodische Fragen geht, die gesellschaftliche Werte und politische Prioritäten widerspiegeln.

AIHTA: Szivakova, D., Wolf, S. und Strohmaier, C. (2026): Übersicht nationaler gesundheitsökonomischer Evaluationsleitlinien: Internationale Best Practices und Implikationen für Österreich. HTA-Projektbericht 181b. https://eprints.aihta.at/1606

Finanzierbarkeit im Fokus: Budget Impact Schwellenwerte in Gesundheitssystemen

Die Finanzierbarkeit spielt in Gesundheitssystemen weltweit eine zunehmend wichtige Rolle bei Entscheidungen über die Einführung und Erstattung neuer Interventionen. Ein standardisierter Ansatz zur Definition von Budgetauswirkungen fehlt jedoch bislang. Eine Studie, die jüngst im The Lancet Global Health erschienen ist, versucht diese Lücke zu verkleinern, indem sie aktuell verwendete Budget Impact Schwellenwerte (Budget Impact Thresholds, BITs) identifiziert und Kategorien für BITs vorschlägt.

Budgetäre Auswirkungen neuer Interventionen sind neben der Kosten-Effektivität ein zentraler gesundheitsökonomischer Parameter für Entscheidungen zur öffentlichen Erstattung. Im Gegensatz zu Kosteneffektivitätsschwellenwerten, gibt es noch wenig Wissen zu BITs. Im Rahmen einer systematischen Literaturübersicht wurden Studien analysiert, die von nationalen oder regionalen Gesundheitssystemen vorgeschlagene oder bereits verwendete Schwellenwerte für Budgetauswirkungen beschreiben. Insgesamt wurden 22 BITs aus 13 Ländern identifiziert, mit denen definiert wird, ab wann eine neue Intervention besonders hohe budgetäre Auswirkungen hat. Höhere Schwellenwerte waren mit strengeren gesundheitspolitischen Maßnahmen verbunden. So kann beispielsweise das Überschreiten des BIT ein vertieftes Assessment eines Produkts oder eine zusätzliche Genehmigung erfordern, bevor mit der Einführung der Intervention fortgefahren wird. Auf Grundlage der Ergebnisse wurden vier Stufen der Budgetauswirkung definiert, ausgedrückt als Anteil des neuen Produkts an den aktuellen Gesundheitsausgaben: niedrig (< 0,005 %), moderat (0,005 % bis < 0,01 %), hoch (0,01 % bis < 0,02 %) und sehr hoch (>= 0,02 %).

Ergänzend zur Literaturübersicht wurde eine Konsultation von HTA-Institutionen auf globaler Ebene durchgeführt. Auf Basis standardisierter Werte leiteten die Autor:innen BIT-Kategorien ab, die anschließend mit Daten der Weltbank auf 182 Länder hochgerechnet wurden.

Fazit: Die Studie bietet einen umfassenden Überblick über bestehende Konzepte zur Bewertung der Finanzierbarkeit von neuen Leistungen und schlägt einen robusten Ansatz zur globalen Einordnung von Budgetauswirkungen vor. Das Rahmenwerk ermöglicht länderübergreifende Vergleiche und verspricht, fundiertere sowie konsistentere Entscheidungen zur Budgetzuweisung unterstützen zu können. Die Autor:innen betonen jedoch, dass es nicht als verbindliches Instrument gedacht sei und stets an den jeweiligen nationalen Kontext angepasst werden müsse.

Pichon-Riviere A, Rodríguez-Cairoli F, Drummond M et al. Affordability decision rules: a systematic review and framework for categorising budget impact thresholds across health systems. The Lancet Global Health, 13, e2027-e2040.

Angststörungen und Depression: Wirkt eine Kombinationstherapie mit Vitamin-B-Komplex besser?

Angststörungen und Depressionen zählen weltweit zu den häufigsten Erkrankungen. Da Antidepressiva nicht bei allen Betroffenen ausreichend wirken, wächst das Interesse an ergänzenden Ansätzen wie der Einnahme von B-Vitaminen, die an der Stimmungsregulation beteiligt sind. Bisher wurde jedoch kaum untersucht, wie wirksam die Gabe mehrerer B-Vitamine zusätzlich zu Antidepressiva ist. Ziel dieser systematischen Übersichtsarbeit, die als Masterarbeit am AIHTA durchgeführt wurde, war es daher zu prüfen, ob die Kombination eines Vitamin-B-Komplexes (mindestens zwei B-Vitamine) mit einer antidepressiven Medikation depressive und ängstliche Symptome lindern kann und wie sicher dieser Ansatz ist.

Es wurde eine systematische Literaturrecherche nach klinischen Studien mit Erwachsenen durchgeführt, bei denen eine Depression oder Angststörung diagnostiziert war. Eingeschlossen wurden Studien, die eine zusätzliche Gabe eines Vitamin-B-Komplexes mit einer alleinigen Antidepressiva-Therapie verglichen. Der wichtigste Endpunkt war die Veränderung der Symptomschwere anhand standardisierter Skalen. Weitere Endpunkte waren Ansprechen, Remission, kognitive Fähigkeiten, Lebensqualität und Sicherheit. Die Studien wurden von einer Person ausgewählt, ausgewertet und hinsichtlich ihres Verzerrungsrisikos beurteilt. Die Ergebnisse wurden narrativ zusammengefasst; eine formale Bewertung der Evidenzsicherheit erfolgte nicht.

Insgesamt wurden fünf Studien mit 320 Teilnehmenden eingeschlossen: zwei doppelblinde randomisierte kontrollierte Studien, zwei Open-Label-RCTs und eine nicht-randomisierte Studie. Diese Arbeiten untersuchten ausschließlich depressive Symptome, Studien zu Angststörungen wurden nicht gefunden. Ein Open-Label-RCT und die nicht-randomisierte Studie zeigten signifikante Verbesserungen unter einer Kombination aus Folsäure (Vitamin B9) und Vitamin B12, waren jedoch aufgrund kleiner Stichproben und eines hohen Verzerrungsrisikos nur eingeschränkt aussagekräftig. Drei Studien mit mindestens drei B-Vitaminen zeigten keinen signifikanten Effekt. Die größte und methodisch hochwertigste Studie fand keine Verbesserung der Symptomschwere, jedoch eine höhere Ansprechrate über 12 Monate. Für kognitive Endpunkte und Nebenwirkungen zeigten sich keine klaren Unterschiede, die Aussagekraft war jedoch begrenzt. Zudem waren die Studien nur eingeschränkt vergleichbar.

Fazit: Die Evidenz für eine ergänzende Einnahme eines Vitamin-B-Komplexes zusätzlich zu Antidepressiva ist insgesamt sehr begrenzt. Weitere hochwertige randomisierte Studien sind notwendig.

AIHTA: Fasching, S. (2026): Kombinationstherapie mit Antidepressiva und Vitamin-B-Komplex im Vergleich zur Monotherapie mit Antidepressiva – eine systematische Übersicht. HTA-Projektbericht 182. https://eprints.aihta.at/1605/

Musiktherapie bei problematischem Substanzkonsum: Wie lässt sich die langfristige Wirkung messen?

Musiktherapie (MT) gewinnt als ergänzende Behandlungsmethode bei problematischem Substanzkonsum (Substance Use Disorder, SUD) zunehmend an Bedeutung. Es wurde erkannt, dass Musik ähnliche Hirnareale aktiviert wie Suchtmittel und positive Gefühle, Stressabbau sowie emotionale Regulation fördern kann. Angesichts hoher Rückfallraten erschien es jedoch wichtig, geeignete Messinstrumente für die Langzeitevaluation von MT zu identifizieren. Der vorliegende Bericht entstand im Rahmen des europäischen Horizon-Europe-Projekts FALCO (Fighting Addictions, improving Lives: COmprehensive drug rehabilitation with music), an dem sieben Länder beteiligt sind.

Nach einer systematischen Literatursuche wurden sieben systematische Übersichtsarbeiten eingeschlossen. Basierend auf vorab definierten Auswahlkriterien – darunter Verwendungshäufigkeit, validierte und zuverlässige psychometrische Eigenschaften sowie die Abdeckung aller identifizierten Outcome-Parameter – wurden 14 Messinstrumente für eine detaillierte Analyse ausgewählt. In einer ergänzenden Handsuche wurden weitere 13 Instrumente zur Erfassung sozioökonomischer Outcomes identifiziert. Neun halbstrukturierte Interviews mit Betroffenen aus Österreich, Norwegen und Polen wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet, um die Perspektive der Patient:innen einzubeziehen.

In den sieben eingeschlossenen Übersichtsarbeiten wurden mehr als 60 Endpunkte in elf Parametern identifiziert, darunter Substanzkonsum, Genesung, Substanzverlangen, Motivation, Lebensqualität, Stimmung sowie soziale und sozioökonomische Parameter. Es wurden keine Instrumente zur Erfassung (schwerwiegender) unerwünschter Ereignisse identifiziert. Ein klinisch bedeutsamer Schwellenwert wurde lediglich für Depression und nicht spezifisch für SUD-Populationen ermittelt. Instrumente, die stabile Konstrukte wie Depression, Problemschwere und Selbstwirksamkeit erfassen, erwiesen sich als für Langzeitmessungen am besten geeignet. Wesentliche Einschränkungen umfassen Verzerrungen durch Selbstbeurteilung, Herausforderungen bei der kulturellen Adaptation sowie Schulungsanforderungen für von Fachpersonal angewandte Instrumente. Die Interviews mit Betroffenen zeigten, dass soziale Parameter mit Abstand am häufigsten genannt wurden. Eine vertiefende latente Inhaltsanalyse identifizierte vier wiederkehrende narrative Muster rund um soziale Ausgrenzung, Konsumzyklen und Genesung. Kinder, Haustiere und Erwerbstätigkeit traten dabei als zentrale Faktoren sozialer Wiedereingliederung hervor.

Fazit: Validierte Messinstrumente für Musiktherapie bei SUD sind vorhanden, weisen jedoch wesentliche Lücken auf, wie etwa fehlende SUD-spezifische Schwellenwerte, begrenzte Langzeitevidenz, fehlende Protokolle zur Erfassung unerwünschter Ereignisse sowie eine systematische Untererfassung sozialer Genesung. Künftige Forschung sollte Langzeit-Follow-up-Studien, konsensbasierte Core Outcome Sets sowie kulturell angepasste Instrumente priorisieren, die soziale und sozioökonomische Dimensionen einbeziehen. Ein partizipativer Mixed-Methods-Ansatz wird empfohlen, bei dem die Perspektiven von Betroffenen von Beginn an in die Auswahl von Messinstrumenten und Studiendesigns einfließen.

AIHTA: Gassner, L., Makurat, D., Svendsen, T.S., Bidzan-Bluma, I., Magel, F., Karshikoff, B., Erga, A.H., Bieleninik L (2026): Musiktherapie: Klinische und sozioökonomische Outcomes sowie Langzeitmessinstrumente bei Substanzgebrauchsstörungen. HTA-Projektbericht 178. https://eprints.aihta.at/1607/